Region Donau NÖ-Mitte, 13.05.2026 – In der Sitzung des ersten Förderaufrufs diesen Jahres wurden zwei Projekte von unserem Projektauswahlgremium ausgewählt.

Das Projekt mental health days – Tage der psychischen Gesundheit ist eine seit 2022 bestehende Initiative, die psychische Gesundheitsförderung als primär-präventive Maßnahme direkt in die Klassenzimmer der Sekundarstufen I und II bringt. Ziel des Programms ist es, psychische Belastungen zu enttabuisieren, die Suizidprävention durch frühes Handeln zu stärken und bestehende Hilfseinrichtungen bekannter zu machen. Im Rahmen der geplanten Ausweitung auf die Region Donau NÖ-Mitte sollen bis Ende 2028 modulare Aktionstage an 26 Standorten durchgeführt werden, um die dortige Versorgungslücke durch einen aufsuchenden „Outreaching“-Ansatz zu schließen. Die methodische Umsetzung basiert auf einem innovativen Tandem-Modell: Jede Workshop-Session wird gemeinsam von einer fachlich qualifizierten psychosozialen Kraft – etwa aus den Bereichen Psychologie oder Psychotherapie – und einer geschulten Moderationsperson geleitet, die eine lebensnahe Atmosphäre auf Augenhöhe schafft. Die Workshops decken acht altersgerechte Themenfelder ab, darunter Leistungsdruck, Mobbing, Depression und Sucht. Durch den Einsatz digitaler Tools wie Mentimeter-Abfragen können sich die Jugendlichen zudem anonym mitteilen, was ein ehrliches Stimmungsbild der Klasse ermöglicht und auch stillere Teilnehmer*innen einbindet. Das Projekt verfolgt einen systemischen Ansatz, der die gesamte Schulgemeinschaft einbezieht. Neben den Schüler*innen-Workshops werden gezielte Informationsmodule für Pädagog*innen sowie Elternabende angeboten, um das Umfeld für Krisensignale zu sensibilisieren und Handlungssicherheit zu vermitteln. Als gleichstellungsorientierte Maßnahme richtet sich das Programm inklusiv an alle Schüler*innen im Klassenverband und baut geschlechterspezifische Stigmata beim Umgang mit Gefühlen aktiv ab. Getragen wird die Initiative vom gemeinnützigen Verein VsUM, wobei die inhaltliche Qualität durch einen hochkarätigen wissenschaftlichen Beirat und Kooperationen mit Fachverbänden wie dem GkPP, ÖBVP und dem BÖP sichergestellt wird. Die Wirksamkeit der „mental health days“, die bereits über 200.000 Jugendliche erreicht haben, wird zudem durch eine begleitende mental health days-Studie in Kooperation mit der MedUni Wien und der Uni Zürich wissenschaftlich evaluiert.

Das Projekt Klimaresilientes Haselnuss-Trüffel-Agroforstsystem umfasst die Errichtung einer Demonstrations- und Versuchsanlage für ein klimaresilientes, doppelt nutzbares Agroforstsystem aus Haselnuss und Trüffel. Ziel ist die praxisnahe Entwicklung und Erprobung eines innovativen Landnutzungssystems, das ökologische Stabilität, landwirtschaftliche Produktion und wirtschaftliche Tragfähigkeit verbindet und als Modell für den ländlichen Raum dient. Im Rahmen des LEADER-Programms wird eine landwirtschaftliche Fläche in ein artenreiches Agroforstsystem umgewandelt. Dieses kombiniert Gehölzstrukturen mit landwirtschaftlicher Nutzung und verbessert Bodenaufbau, Biodiversität und Mikroklima. Im Zentrum steht die Kombination von Kultur-Haselnusssträuchern (Corylus avellana verschiedener Sorten, z.B. Fertile de Coutard, Tonda gentile, Tonda di Giffoni, Hallesche Riesen, Emoa1 oder Katalonski) mit Trüffel-Mykorrhiza (Tuber uncinatum, Tubermelanosporum). Dadurch entsteht eine Doppelnutzung der Fläche: Haselnüsse oberirdisch, Trüffel unterirdisch. Gleichzeitig wird die Bodenstruktur verbessert und die Standortstabilität erhöht. Ergänzend werden Baumarten wie Hainbuche, Eichen, Winterlinde oder Baumhasel gepflanzt, um Vielfalt, Resilienz und Vergleichsmöglichkeiten im Versuchsbetrieb zu erhöhen. Des Weiteren wird eine langfristig wirtschaftlich tragfähige Produktionsform mit regionaler Wertschöpfung aufgebaut. Das Projekt dient als Modell- und Demonstrationsbetrieb für klimaangepasste Landwirtschaft und soll Wissenstransfer, regionale Vernetzung und zukünftige Nachahmungsprojekte fördern.

Die zwei Projekte wurden vom Projektauswahlgremium, welches sich aus privaten Mitgliedern und öffentlichen Vertreter*innen zusammensetzt, als positiv bewertet – vorbehaltlich einer Genehmigung durch die Bewilligende Landes-Stelle.

Grafik: © e. V. VSUM Verein zur Förderung eines selbstbestimmten Umgangs mit Medien